Vom Schulabbrecher zum Storebox-CEO | Johannes Braith

Shownotes

Wie wird aus einer Geschäftsidee, die zunächst nicht funktioniert, ein Unternehmen mit über 300 Standorten in sechs Ländern? Johannes Braith, Co-Founder und CEO von Storebox, hat genau diesen Weg hinter sich. Vom Schulabbrecher entwickelte er sich zum Unternehmer und baute gemeinsam mit seinen Co-Foundern eines der am schnellsten wachsenden Franchiseunternehmen Europas auf.

Im Gespräch erzählt Johannes, warum die ursprüngliche Idee einer Lagerplatzbörse scheiterte und weshalb genau dieser Rückschlag die Grundlage für Storebox legte. Statt aufzugeben, nutzte das Gründerteam die bereits gewonnenen Daten, veränderte das Geschäftsmodell grundlegend und eröffnete eigene Lagerstandorte. Für Johannes steht deshalb fest: Die Idee selbst macht nur rund ein Prozent des Erfolgs aus.

Er spricht außerdem offen darüber, welchen persönlichen Preis Unternehmertum haben kann, warum es aus seiner Sicht keine Abkürzungen zum Erfolg gibt und weshalb komplementäre Co-Founder entscheidend sein können. Dabei erklärt er auch, warum Gründer bereit sein sollten, Unternehmensanteile zu teilen und ihre eigenen Stärken und Schwächen realistisch einzuschätzen.

Außerdem geht es um das Geschäftsmodell von Storebox, Self Storage und Last Mile Logistik, die Expansion über ein Franchise-System sowie die Frage, wie datengetrieben neue Standorte ausgewählt werden. Johannes erklärt, welche Veränderungen Urbanisierung, E-Commerce, Digitalisierung und KI für Handel und Logistik bringen und warum schwer kopierbare Wettbewerbsvorteile für wachsende Unternehmen entscheidend sind.

Zum Abschluss gibt Johannes konkrete Tipps für angehende Gründer:innen: Ideen früh mit echten potenziellen Kund:innen testen, offen darüber sprechen, den Markt realistisch prüfen, mit kleinen Budgets starten und möglichst schnell ins Tun kommen.

In dieser Episode erfährst du:

Wie Johannes Braith vom Schulabbrecher zum Storebox-CEO wurde Warum die ursprüngliche Geschäftsidee von Storebox scheiterte Wie aus diesem Rückschlag ein skalierbares Geschäftsmodell entstand Warum die Idee laut Johannes nur rund 1 % des Erfolgs ausmacht Weshalb es beim Gründen keine Shortcuts gibt Warum das richtige Co-Founder-Team entscheidend sein kann Wie Storebox mit Self Storage und Last Mile Logistik Geld verdient Wie Franchise das Wachstum auf über 300 Standorte ermöglicht Welche Rolle Daten bei der Standortwahl spielen Warum E-Commerce, Digitalisierung und KI neue Chancen schaffen Worauf Johannes bei Investments in Startups achtet Welche ersten Schritte er angehenden Gründer:innen empfiehlt Warum klein starten und schnell testen oft besser ist als lange zu planen Und weshalb Aufgeben für Johannes bei Storebox keine Option war

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00:00:00: Nach meiner Wahrnehmung her gibt es keine Schwarzkatz, also es gibt keine Abkürzungen zum Erfolg.

00:00:05: Johannes Breit ist von seiner Geschäftside überzeugt.

00:00:08: durch ausgerechnet diese Idee muss er später

00:00:10: grundlegend verändern.

00:00:11: Also ich bin schon vom Ansatz hier jemand der glaubt dass man in Vorleistung gehen muss.

00:00:18: Du musst investieren als Person um irgendwann ernten zu können.

00:00:22: das ist einfach

00:00:22: so.

00:00:23: Genau das macht Johannes Breid.

00:00:24: Aus den Learnings entsteht Storebox, heute mit über dreihundert Standorten in sechs Ländern und eines der am schnellsten wachsehenden

00:00:31: Franchise-Unternehmern Europas.

00:00:33: Ich sage immer, dass vorweggeschickt die Idee ist ungefähr ein Prozent von Erfolg.

00:00:38: Johannes wenn man so im Internet nach dir googelt das sieht man auch vom Schulabbrecher zum Startup CEO.

00:00:45: Lebst du denn Austrian Dream?

00:00:47: Ich sage immer, wenn mich Leute fragen wie es mir geht, sage ich immer darauf.

00:00:50: Living the dream!

00:00:53: Natürlich ist das als Unternehmer so dass man in erster Linie Herausforderungen meistern muss.

00:00:59: ja aber ja es ist schon.

00:01:01: wenn ich drüber nachdenke jetzt zehn Jahre Unternehmertum ist viel passiert und wenn ich mich zurück erinnere also ich sechzehn war siebzehnwandte Schule abgebrochen habe hätte ich mir das damals wahrscheinlich nicht vorstellen können und ich glaube sowas kann auch nicht planen.

00:01:16: Was würden die Lehrerinnen und Lehrer jetzt sagen zu dir?

00:01:18: Das ist eine gute Frage.

00:01:21: Falls jemand zuhören sollte, der mich unterrichten musste – sorry für alles was passiert ist!

00:01:27: Also es ist schon….

00:01:28: Ich muss sagen ich würde mich selbst nicht gerne unterrichten wollen.

00:01:31: Ich bin schon eine Person, die glaube ich ein ausgeprägtes Autoritätsproblem hat von dem her als Unternehmerdomäte etwas, das mir schon eher liegt als in der Schule zu sitzen oder als Angestellter wozu arbeiten.

00:01:42: Weil du es gerade gesagt hast, ist das so Eigenschaft die gar nicht schlecht ist wenn man Unternehmer und Unternehmerin sein möchte?

00:01:48: Ich glaube dass es nicht die Eigenschaft gibt.

00:01:51: Das kann unter Umständen vielleicht schon helfen sozusagen da möglicherweise nicht einfach alles so zu machen wie es die anderen tun aber ich glaube immer ein Skillset gibt, das einem dabei hilft, Unternehmer zu sein.

00:02:07: In meinem Fall ist es vielleicht das.

00:02:08: Es kann aber auch andere Stärken geben, die einem dabei helfen, die ich jetzt nicht habe.

00:02:13: Ich glaube auch nicht an diesen Prototyp-Unternehmer und Unternehmerin.

00:02:18: diese Drei Eigenschaften muss man haben.

00:02:20: Das kann grundsätzlich jeder und jede machen.

00:02:23: Wenn man da jetzt zu dir ins Unternehmen kommt, auch viele Menschen sitzen sieht Die Arbeiten, da denkt man ja, der Johannes, der hat es geschafft.

00:02:31: Also

00:02:32: schaut

00:02:32: alles sehr toll hier aus.

00:02:35: Der Weg aber dahinter ist natürlich sehr steinig und schwer.

00:02:40: Beschreibt ihr mal ein bisschen wie war dieser Weg für dich?

00:02:43: Wird's

00:02:45: begonnen?

00:02:46: Naja, begonnen haben wir im Jahr zweitausend fünfzehn damals in einer Zeit in der ich Angestellter war auch studiert habe nebenbei noch die Schule abgebrochen und gearbeitet und erst später dann studiert Und für mich war das immer klar, dass ich Unternehmer werden möchte.

00:03:03: Ich kann dir auch gar nicht sagen warum das so ist, es ist irgendwie so entrang und wir haben dann begonnen mit mir meine zwei Co-Founder den Pferde und den Christoph an einer Idee zu arbeiten.

00:03:15: Eigentlich eine naive Herangehensweise, wenn man so möchte.

00:03:19: Ich hatte diese Idee eine Lagerplatzböse zu gründen und habe den Pferde dazu gewonnen in Christoph.

00:03:25: Wir haben alle drei den Job gekündigt und sind mit wirklich super low budget einfach mal losgestattet damals mit der persönlichen Herausforderung.

00:03:33: wir haben immer gesagt jeder darf oder sollte im besten Fall pro Tag nur einen Euro zum Leben brauchen.

00:03:39: So weil der Rest muss in dieser Idee hineinfließt.

00:03:41: dann so haben wir damals gearbeitet haben nebenbei Sozusagen Umzugsservicees angeboten haben alle möglichen Jobs gemacht, um irgendwie über Wasser zu bleiben.

00:03:51: Und von dieser Situation zur aktuellen Situation sind eben jetzt zehn Jahre bis hin über zehn Jahre dazwischen und in diesen zehn Jahren sind halt hunderte Tausende Superchallenges große und kleine da gewesen.

00:04:04: also es ist nie dieser lineare Weg.

00:04:06: Es ist immer links und rechts und das ist immer schwierig.

00:04:10: Das gehört aber dazu.

00:04:11: Du hast gerade gesagt, ja deine Eurer von dem erleben müssen.

00:04:14: Ich glaube selbst wenn man denen als Inflationsambass in der heutigen Zeit ist trotzdem noch immer nicht sehr viel.

00:04:20: Aber ist das schon auch etwas dieses... Man muss dann mit wenig leben können.

00:04:26: Geht's ohne den überhaupt außer du wirst jetzt mal reich geboren was ja in der Regel nicht der Fall ist?

00:04:32: Vielleicht schauen, also es gibt sicher Leute die das schlauer machen als ich und dann irgendwie schneller noch erfolgreicher sind.

00:04:38: Also ich bin schon vom Ansatz hier jemand der glaubt dass mein Vorleistung gehen muss.

00:04:45: Du musst investieren als Person um irgendwann ernten zu können.

00:04:49: Das ist einfach so!

00:04:51: Und das ist immer mit persönlichen Einschränkungen verbunden.

00:04:55: Geld ist ja nicht mal wahrscheinlich das Schmerzhafteste.

00:04:59: Also am Weg, wenn ich mir überleg die letzten zehn Jahre auf was ich verzichten wollte – also ich habe mich dafür entschieden – dann ist das viel schmerzhafter, weil ich sage immer selbst gewähltes Schicksal ist mit Würde zu ertragen.

00:05:12: Es war mein Weg und das Ergebnis ist, was es ist.

00:05:20: Du hast den Verzicht angesprochen.

00:05:22: Was sind das so für Dinge neben dem Geld, auf was man verzichten muss?

00:05:26: Also ich glaube du hast irgendwie so ein ... Ich sage immer einen hundert Prozent Kontingent in deinem Leben.

00:05:31: Du hast vielleicht den professionellen Teil deinen Job deine Karriere Deine Ausbildung dann hast du Familie Dann hast du Gesundheit Dann hast Du Freunde.

00:05:39: Das ist wahrscheinlich die Basis die du haben kannst und du kannst diese Hundert Prozent verteilen So wie du das möchtest.

00:05:46: grundsätzlich Und was sicher ist Privatbereich massiv leidet, wenn man die ganze Zeit arbeitet.

00:05:55: Das ist ganz klar!

00:05:56: Das ist aber jetzt vielleicht nicht mal nur bei Unternehmern und Unternehmerinnen so.

00:05:59: das kann natürlich im angestellten Verhältnis auch so sein.

00:06:02: Aber was drunter leidet ist sicher Freundschaften, Pflegen, Familie.

00:06:07: also es sind halt schon Dinge auf die man verzichten muss, wenn wir eben mehr in das Thema Unternehmertum und Karriere investiert

00:06:16: Ist das ein Thema, was vielleicht viele Menschen unterschätzen?

00:06:19: Dass sie dann dessen auch nicht erfolgreich werden.

00:06:21: Weil sie sagen ich mache das trotz der mich treffe und trotz dem mit der Freundin oder mit dem Freund Und Ich kann das mehr nach morgen erledigen wenn ich jetzt selbstständig bin.

00:06:31: Vielleicht würde da jetzt auch niemanden anderen irgendwie so ab urteilen wollen.

00:06:36: Nach meiner Wahrnehmung her gibt es keine Schwarz-Cuts, also es gibt keine Abkürzungen zum Erfolg.

00:06:42: Und wenn du erfolgreich sein willst und das gilt für Sport, das gilt den Job oder deine Ausbildung dann musst du reinbeißen und investieren!

00:06:51: Wenn die andere Dinge wichtiger sind ist es völlig fein aber dann kann man nicht von sich selbst erwarten auch irgendwie Ziele zu erreichen Dinge auf morgen verschiebt, dann ist man früherstens übermorgen dort.

00:07:04: Wenn ich es heute mache bin ich vielleicht schon morgen da.

00:07:07: Also von dem her ja, man muss angasen das gehört dazu.

00:07:11: Arnold Schwarzenegger hat mal gesagt, wenn du zu wenig Zeit hast, das liebfaster.

00:07:16: Kannst du damit leben?

00:07:17: Ja schon!

00:07:18: Das ist sicher ein guter Spruch.

00:07:21: Es ist ja auch nicht einfach.

00:07:22: nur und vielleicht im übertragenen Sinn es geht ja auch nichts darum wer am meisten irgendwie vorm Schreibtisch und PC sitzt und am längsten der wird erfolgreich.

00:07:32: Es geht ja wirklich auch darum smart zu arbeiten und seine Ressourcen... schlau einzuteilen und sich auch auf die Dinge zu fokussieren, wo man gut ist.

00:07:41: Also wenn ich irgendwie zwangsweise mich auf das fokusiere, wo ich glaube, ich habe Aufholbedarf dann ist es vielleicht auch aus unternehmerischer Sicht schlauer zu sagen okay ich hole mir Leute, die da gut sind und kann sich stärken meine Stärken also es geht schon auch darum die Selbstwirksamkeit so optimieren.

00:07:57: Dieses Smartdenken war das bei dir auch im Gründungsprozess am Ende sozusagen gesagt hast?

00:08:03: Ich brauch einen Co-Founder die mich ergänzen, die mich unterstützen.

00:08:08: Ich kann einfach nicht alles

00:08:09: abdecken.".

00:08:11: Auf jeden Fall!

00:08:11: Also das es seit Starbucks gibt immer so gewesen ist auch jetzt nach wie vor so, jetzt sind's vielleicht keine Gründer, Co-Gründern mehr sondern Manager, die man einstellt.

00:08:22: aber komplementäre Teams sind jedenfalls viel erfolgreicher und unterschiedlich sind.

00:08:28: Jetzt gar nicht nur von den Skills.

00:08:29: also bei uns drei Gründern ist es sicher so.

00:08:31: ich bin eher der Betriebs wird, wenn man so möchte.

00:08:36: Dann haben wir jemanden gehabt, der eher aus dem Marketing oder haben wir den Pferde aus dem marketing Kontext kam und den Christoph unseren CTO.

00:08:44: Und für mich war ganz klar vor allem das Thema Texteck und Programmieren da brauche ich jemandem das kann nicht selbst machen.

00:08:50: aber es ist nicht nur im Skillsets sondern auch Persönlichkeit und Charakter.

00:08:55: also ich bin jemand der ich würde sagen eher der visionäre Typ ist ja irgendwie immer davon ausgeht, dass es funktionieren wird.

00:09:02: Der Antreibter Christoph ist so in dem Spektrum sicher genau das Gegenteil von mir.

00:09:07: Unser CTO der findet immer den Grund warum's nicht gehen kann.

00:09:10: Das war eine super große Challenge gerade am Anfang.

00:09:15: also da gab es viele Diskussionen und Streitgespräche aber es hat insgesamt das Produkt des Unternehmen viel resilienter und stärker gemacht.

00:09:23: Gerade am Anfang gibt es ja viele Menschen die sagen ich habe jetzt die Idee Ich weiß ungefähr vielleicht, wie ich es umsetzen könnte.

00:09:31: Aber ich kann selbst jetzt nicht alles abdecken.

00:09:34: Ist es dann auch aus Deiner Erfahrung her sinnvoll?

00:09:37: Dass man sagt... ...ich nehme einen ins Boot und gibt diesen Menschen noch Anteile sozusagen.

00:09:42: Weil das ja oft so ein bisschen gut ist.

00:09:43: Ich lasse den jetzt vom Kuchen mit naschen.

00:09:44: Oder ist das überhaupt schon mal die ganz falsche Denke?

00:09:47: Weil wenn man überhaupt so denkt naja, möchte ich wirklich was hergeben.

00:09:50: Das ist doch meine Idee!

00:09:52: Wie siehst du das

00:09:52: Ganze?!

00:09:54: Auch da gibts glaube ich nicht den richtigen Weg.

00:09:56: also es gibt sicher Leute, die da sehr Wie soll ich sagen, darauf bedacht sind nichts zu teilen um das so radikal auszudrücken.

00:10:04: Bei mir war es ganz klar – Ich hatte diese Idee!

00:10:07: Ich habe dann meine zwei Koffer an der Gefunden und wir haben die Anteile getrittelt.

00:10:10: So….

00:10:11: Das war für mich komplett selbstverständlich.

00:10:14: Und es ist auch wenn man irgendwie mittel-und langfristiger denkt.

00:10:17: Also ich hab ja lieber Zehn Prozent von einem sehr großen Kuchen als vielleicht hundert Prozent vom kleinen Kuchen.

00:10:26: Man muss da schon ein bisschen langfristiger denken und wenn du Menschen für etwas begeistern willst, dann auf die Reise mitnehmen.

00:10:33: dann musst du diese Personen auch incentivieren und das kann Geld sein, das kann Anerkennung sein.

00:10:37: Da gibt es ja unterschiedliche Antreiber wenn man so möchte.

00:10:40: aber du musst die Leute incentivieren.

00:10:42: Und gerade im Grunde der Kontext, diese Personen arbeiten nicht für dich, sie arbeiten mit dir an dieser Idee in dem Unternehmen.

00:10:49: Und da spart man gerade an der falschen Stelle, wenn man da nicht offen ist.

00:10:55: Ich möchte jetzt ein bisschen mehr in deinen Kuchen eintachen als du aufwachsen.

00:11:00: Kurz noch mal zur Idee zurück zu kommen.

00:11:04: Wie bist du da wirklich konkret auf diese Idee gekommen?

00:11:06: Wenn man das jetzt so sieht, saloponiert, ich sehe total logisch.

00:11:09: Das muss ja funktionieren.

00:11:10: Da gibt es eine Fläche, da braucht immer ein Fläch.

00:11:13: Ich gebe's denen auch wenn wir uns jetzt ganz

00:11:15: banal runterprägt.

00:11:17: Absolut!

00:11:19: Ich sage immer und das vorweggeschickt die Idee ist ungefähr einen Prozent vom Erfolg nach zwei Jahren nach fünf Jahren nach zehn Jahren jedenfalls nicht das Business-Motel sein dass man im Kopf hatte.

00:11:30: Das Zweite ist, es wird mehr kosten und man wird weniger verdienen.

00:11:33: das sind die einzigen drei Konstanten.

00:11:35: also so muss man mal planen.

00:11:37: in unserem Fall.

00:11:37: wir sind ja mit der Idee rausgegangen eine reine Lagerplatzbörse zu gründen.

00:11:44: das war aufgrund einer Beobachtung die ich damals hatte und zwar hat meine damalige Nachbarin die Frau Fischer die war damals achtzig Jahre wahrscheinlich ihr Kellerabteil vermietet an einem Mechaniker verbessert, weil sie sowieso nicht in das Kellerabteil untergehen konnte und immer dann gedacht jemandem aus der Logistik kommen so wie ich.

00:12:06: okay Lagerfläche ist ein Thema.

00:12:08: In der Stadt gibt es Flächen aber die sind vielleicht nicht adäquat.

00:12:12: allokiert das heißt aufgeteilt und das zugänglich zu machen war die anfängliche Idee von uns und auf diese Idee haben wir dann unser erstes Investment geraisst.

00:12:21: um aber eine Jahr später zu erkennen dass diese Idee nicht funktioniert.

00:12:25: als unterschiedlichen Gründen können wir auch drüber sprechen.

00:12:28: Aber da muss man eben agil genug bleiben und sagen okay, man macht das nächste oder lernt daraus.

00:12:34: Und baut darauf auf!

00:12:36: Das machen wir seit zehn Jahren.

00:12:37: also unser Geschäftsmodell hat sich sicher ja vier-fünfmal signifikant verändert in den letzten zehn Jahren.

00:12:44: Du hast es angesprochen.

00:12:45: Reden wir darüber.

00:12:46: diese erste Phase dann wo du gemerkt hast ganz so funktioniert es doch nicht wie ich's mir vorgestellt habe weil für dich erstens mal ein Setback wo ich gesagt hast oh Gott schafft man sie überhaupt?

00:12:57: Oder war das eh für dich klein?

00:12:59: Dann macht man es einfach anders.

00:13:04: Kennst du den Tanninkruger Effekt, wenn man... relativ wenig über Dinge weiß und aber mit voller Innenbrunst darüber spricht, wie es gehen kann.

00:13:13: Am Ende des Tages jetzt ganz salopformuliert also... Es gibt neun Millionen österreichische nationalteamchefs zum Beispiel.

00:13:20: Je mehr man sich dann mit Dingen auseinandersetzt sozusagen am Weg dahin oder sozusagen am weg der Erleuchtung wenn man dann wirklich viel damit auseinandergesetzt hat, hat man irgendwann die Erkenntnis.

00:13:30: eigentlich weiß ich gar nichts über das alles ja?

00:13:32: Und so ist es auch beim Gründen.

00:13:34: Ganz am Anfang brauchst du diese Naivität Und wie soll ich sagen, diesen festen Glauben daran dass das was du jetzt machst ist hundertprozent das Richtige.

00:13:43: Irgendwann je mehr du dich damit beschäftigst in unserem Fall war es dann so passende Unity Economics heißt sind die Marketing Spendings gegenüber den Umsätzen und den Margen sich erziehen kann?

00:13:55: ist das skalierbar als Plattformmodell?

00:13:57: solche Dinge findest du erst heraus wenn du's machst.

00:14:00: Jetzt hast Du im Leben immer mehr als eine Option.

00:14:03: Das könnte man sagen okay hat nicht funktioniert, wir hören auf.

00:14:07: Nichts passiert oder man nimmt dieses Learning und geht den Weg weiter.

00:14:12: in unserem Fall war es eigentlich auch sehr aufgelegt wie man so schön sagt Wir hatten hunderttausende Datenpunkte.

00:14:20: Wir haben genau gewusst, wo suchen Menschen Lagerflächen?

00:14:24: Was sind die Anforderungen?

00:14:25: Wie sind die Qualitäten des Angebots?

00:14:27: Wo gibt es Angebot und kein Angebot?

00:14:29: Das heißt wir hatten etwas.

00:14:31: das haben wir zwar nicht monetarisiert und dann gab's eigentlich ein Geschäftsmodell das nicht funktioniert hat.

00:14:37: Das heißt, wir haben uns das genommen was Sinn gemacht hat.

00:14:39: Nämlich die Daten und dann gesagt na gut, dann bauen wir unser eigenes Angebot und eröffnen in der ersten Storebox den ersten eigenen Standort nämlich genau dort wo wir wissen dass die Nachfrage sehr hoch ist Und genauso glaube ich muss man.

00:14:53: man muss in den Lösungen denken Man muss gar nicht sein aber es hilft wenn man's tut.

00:15:00: In unserem konkreten Fall war aufgeben eigentlich keine Option.

00:15:06: Bei dir geht sie oder die Innovation ist auch sehr stark diese Digitalisierung von dem Ganzen.

00:15:12: Du hast jetzt gerade in deiner letzten Antwort zu das Wort Plattform auch gesagt, wann war für dich klar?

00:15:20: Das wird eigentlich eine Plattform werden?

00:15:22: und was für Ansprüche brauchst du auch um eine... Plattform zu bauen, jetzt wurscht ob das für Storebox ist oder vielleicht für etwas ganz anderes.

00:15:32: Für mich war es von Anfang an klar weil ich größtum wahnsinnig bin.

00:15:36: also das ist schon sicher Teil meines Eigenschaften Katalogs.

00:15:40: Also wenn ich was mache dann will ich's zu hundert Prozent machen und Vollgas geben.

00:15:45: Und eine Plattform.

00:15:46: gibt sie unterschiedliche Beschreibungen?

00:15:47: Was kann eine Platform sein?

00:15:48: in unserem Kontext hat es bedeutet unterschiedliche Modelle so skalierbar zu machen mit unterschiedlichen Stakeholden, dass man einerseits Wachstumgeschwindigkeit aufbaut.

00:15:59: Aber auch wirklich geographisch wachsen kann weil unser Geschäftsmodell sehr kapitalintensiv ist.

00:16:04: Das heißt das war immer klar.

00:16:06: Das ist aber nicht für jeden der ideale Weg und muss es auch nicht sein.

00:16:11: Es ist nicht immer der Anspruch zu sagen ich muss eine Plattform bauen.

00:16:14: Ich kann genauso sagen ich eröffne jetzt meinen Friseursalon oder ich sage okay ich mache eine Friseur Salon und eine Plattform daraus, wo hunderte Leute mitmachen.

00:16:24: Die Arbeit ist eine völlig andere.

00:16:26: Macht es mir Spaß sozusagen Haare zu schneiden oder macht's mir Spaß an einer Plattform zu arbeiten?

00:16:33: Also so muss man glaube ich denken.

00:16:36: Und wenn man etwas wirklich möchte dann findet man auch Wege das zu skalieren.

00:16:43: Damit die Sichtweise der Kundin das Kunden jetzt auch einnimmt.

00:16:47: Wir haben jetzt viel so.

00:16:48: bis hier nur dein Geschäftsmodell gesprochen.

00:16:51: Die Sichtweise von denen, was machen die Genarbeiter?

00:16:54: Wie funktioniert das für die?

00:16:56: Also wir haben... im Wesentlichen zwei verschiedene Dienstleistungen.

00:17:01: Die eine Dienstleistung ist eine Lagerdienstleistung,

00:17:04: d.h.,

00:17:04: du bist ein Privatkunde und deine Wohnung ist zu klein oder willst dein Mountainbike irgendwo lagern.

00:17:08: dann buchst du bei uns eine Box, einen Abteil z.B.

00:17:12: einen Quadratmeter und schaut dann aus wie eine Ungleide-Kabine, also Raum hoch bis hin zu fünf, sechs, sieben, acht, zehn Quadratmetern Größe, das heißt wirklich große Boxen buchst du digital, hast dann ein Subscription-Modell das heißt den Abo-Model dass du eingehst mit uns entweder einen Monat bis hin zu zwölf Monaten und kannst dann vierundzwanzig sieben deinen Standort deine Box betreten und dort deine Dinge lagern.

00:17:36: Das ist auch das mit dem wir gestartet haben.

00:17:39: mittlerweile haben in diesem Bereich über fünfzehntausend Kunden in sechs Ländern über dreihundert Standorte die Basis des Geschäftsmodells.

00:17:50: Und dann haben wir unser zweites Modell, wo es um Last My Logistik geht.

00:17:55: Dann haben wiederum zwei Ausprägungen.

00:17:57: Das eine ist du kannst bei uns Sendung entfangen.

00:18:01: Das heißt, da bist aber nicht du der Kunde sondern ein Händler.

00:18:04: Ein E-Commerce Player.

00:18:06: Ein Beispiel IKEA einer unserer größten Kunden.

00:18:09: Du gehst in den IKEA Online Shop und willst dir einen billig Regal bestellen.

00:18:12: dann kannst du dir überlegen willst du es nach Hause geliefert haben oder möchtest du vielleicht ein bisschen weniger für die Lieferkosten bezahlen oder gar nichts bezahlen?

00:18:19: Und dafür wirds in eine Storebox geliefert und du kannst das abholen dort!

00:18:23: Das ist ein Case.

00:18:24: Oder du bist ein kleiner Händler und sagst okay, du hast in der Woche zwanzig dreißig vierzehundert Pakete die du versendest über deinen Online Shop zum Beispiel.

00:18:34: Dann kannst du dir auch überlegen gehst du zu österreichischen Post um für unseren Wettbewerber ein bisschen Werbung zu machen oder gehst Du zur Storebox und gibst dort die Sendungen ab und wählst aus unterschiedlichen Dienstleistern, z.B.

00:18:48: FedEx, DPD, GLS

00:18:50: usw.,

00:18:51: ein Service aus.

00:18:52: Das heißt unsere Standorte dienen mehr oder weniger als wenn du so willst Postfiliale für Kurierdienstleister die keine eigenen Standorte haben.

00:19:01: Sehr sehr spannendes System!

00:19:03: Du hast die Kästen angesprochen.

00:19:06: Daten habt ihr ja sehr viele, weißt du da was?

00:19:09: so durchschnittliche Mengen, dann ist es in Tira abgeholt werden.

00:19:12: Also da geht's wahrscheinlich nicht nur um das kleine Buckle sondern wirklich...

00:19:15: Genau!

00:19:15: ...um Kästen auch dann oder?

00:19:16: Ja genau also das ist wirklich spannend und wir wussten auch nicht als wir das Projekt gestartet haben zum Beispiel mit Ikea.

00:19:21: Wir haben mittlerweile über tausend achthundert Business Kunden die diese Dienstleistungen nutzen.

00:19:27: Ikea ist ein sehr schönes Beispiel.

00:19:30: Das sind wirklich Riesen-Sendungen dabei.

00:19:31: So im Schnitt sprechen wir mittlerweile von hundert Kilogramm pro Bestellung, die dazugestellt wird und da haben wir auch wieder zwei Use-Cases entweder die urbane Bevölkerung – die lasst sich dann zum Beispiel ein Sofa in das Storebox liefern – und dann kommen da weiß ich nicht drei oder vier Studenten in einer WG wohnen und bringen dann das Sofa nach Hause was aber funktioniert weil unsere Standorte so zentral sind dass sie vielleicht sogar zwanzig Meter daneben wohnnen.

00:19:56: das heißt es ist ein kurzer Weg.

00:19:58: Das heißt, wenn ich mit dem Auto fahre, habe ich auf den Parkplatz vielleicht sogar weiter weg.

00:20:01: Oder wir haben die, die eher im ländlichen Bereich zu Hause sind, wo wir dann.

00:20:06: ein Beispiel ist da zum Beispiel Kapfenberg, Bruck an der Muhr... Wo wir Kunden haben, die sagen okay, ich will nicht die hohen Liefergebühren zahlen Aber ich möchte auch nicht nach Graz fahren und ich möchte nicht nach Fößendorf fahren in den Store.

00:20:21: Ich lasse es mir dorthin, liefern und ich feiere eh jeden Tag mit dem Auto vorbei weil ich in die Arbeit fahre und dann hole ich's mir schnell ab und demnach sind dann die hundert Kilo auch wieder relativiert.

00:20:29: aber ja es sind also wirklich bis hin zur... Also ich glaube die schwerste Sendung die wir hatten war sechshundfünfzehn Kilo eine Einbau-Küche, ja?

00:20:36: Also auch das gibt´s!

00:20:39: Also wirklich alles dabei, aber wir reden wirklich von Tonnen um tausenden Sendungen die da jedes Monat zugestellt werden.

00:20:44: Nach welchen hab' Kriterien willst du die Standorte dann aus?

00:20:49: Also es ist so, dass wir unsere Expansion über ein Franchise-System ja abwickeln momentan.

00:20:55: Abbilden das heißt Wir brauchen im ersten Schritt Franchises Partner in Regionen Die dort Expertise haben wie sagen immer die lokale Umsetzungstärke.

00:21:04: Danach gibt's einen Set an unterschiedlichsten Faktoren empfehlen.

00:21:10: Die letzte Entscheidung trifft dann der Franchise-Partner gemeinsam mit uns, ob er oder sie diesen Standort machen möchte.

00:21:17: was wichtig ist es eben erdige Zutrittsmöglichkeit.

00:21:21: eine schöne Sichtbarkeit des Standorts ist natürlich wichtig.

00:21:24: preis ist zentral klarerweise das Layout der Filiale.

00:21:28: Das heißt wie groß ist der Standort?

00:21:30: Hat er dreihundert oder siebhunderte Quadratmeter?

00:21:33: Wie ist die Wettbewerbssituation, wie ist die Einwohnerdichte bis hin zur Grundwasserspiegel?

00:21:39: Ich habe einen hohen Grundwasser-Spiegel.

00:21:41: Sind die Keller feucht in der Regel in den Regionen.

00:21:43: bedeutet das dass die Dienstleistungen eher nachgefragt werden.

00:21:46: Wir sind sehr datengedrieben und arbeiten da mittlerweile mit etwa vierzig Datenpunkten wenn es um Standardentscheidungen geht.

00:21:53: Also wenn jetzt eine Zuhörerinnen und Zuhörer Interesse hat, der könnte es nochmal dreißig Sekunden zurückspolen.

00:21:59: Die Liste zusammenschreiben und schauen.

00:22:01: Genau.

00:22:01: Kennt er was, was

00:22:02: passen könnte?

00:22:03: Und wenn nicht jederzeit bei uns melden?

00:22:05: auf unserer Website yourstorebox.com gibt's seine eigene Sektion Franchise.

00:22:10: da kann man sich mal informieren und mal nachfragen.

00:22:13: hey ich habe einen Standort und möchte Franchises Partner werden oder vielleicht sogar... Ich bin interessiert im Nebenerwerb Franchis Partner zu werden.

00:22:19: also wir haben da Hunderte mittlerweile!

00:22:21: Ich hab aber keinen Standort.

00:22:22: dann beraten wir auch, wie man zu Standorten kommt.

00:22:25: Das ist auch sehr üblich!

00:22:27: Dieser ist rassante Wachstum.

00:22:29: also du bist ja erstens das selber persönlich viele Auszeichnungen auch schon jetzt mittlerweile bekommen den Unternehmen.

00:22:35: Du bist eines der größten wachsenden Franchise Unternehmens in Europa.

00:22:40: Ist es etwas was dir manchmal noch Angst macht oder was du einfach nur geil findest?

00:22:44: fast weder noch, muss ich sagen.

00:22:46: Also ich lebe in so einer konstanten Unzufriedenheit eigentlich.

00:22:49: das ist gar nicht so schön.

00:22:51: also es ist der Status quo.

00:22:54: macht mir nicht Angst ja?

00:22:55: Ich finde schon gut wo wir stehen aber es ist mir noch zu wenig.

00:23:00: Ja also ich bin da wirklich...ja ich habe sie vorher schon gesagt ich bin der wirklich größten wahnsinnig.

00:23:05: und für mich zehn Jahre Storebox wir stehen doch immer am Anfang.

00:23:09: So ich hab eigentlich gesagt zweitausend Fünfhundert Locations ist sowas wo ich hin möchte Und jetzt stehen wir bei drei bis vierhundert.

00:23:18: Das heißt, da ist noch einiges zu tun auf jeden Fall?

00:23:20: Ich schätze ich jetzt auch als Mensch ein der schon sehr weit irgendwie vortenkt.

00:23:25: Du wirst euch dann sehr stark trennzen nämlich mal an gerade im Bereich Urbanisierung, Last My Logistik und so weiter verfolgen.

00:23:33: Was nimmst du denn dabei eigentlich?

00:23:35: wohin geht denn da die Reise aus deiner Sicht?

00:23:38: Naja Ja und nein, also einerseits ja beobachten wir die Trends natürlich.

00:23:44: Andererseits habe ich mir schon versucht diese Naivität, wie ich vorhin gesagt habe ein Stück weit zu bewahren auch wenn wir neue Dinge ausprobieren weil oft kommt man auch drauf wenn man es dann macht.

00:23:55: Aber was nämlich war, also eigentlich die Dinge, die wir schon ganz lang sagen.

00:24:00: und zwar haben wir – wenn man sich die raumplanerische Ordnung anschaut in Städten.

00:24:05: In den letzten Jahrzehnten eine funktionale Trennung gehabt.

00:24:09: Das bedeutet das klingt jetzt ja technisch ist aber nicht.

00:24:12: Du hast Wohngegend, du hast Industriegebiet, du musst Einkaufszentren.

00:24:16: Es ist alles nach der Funktion, die du konsumierst mehr oder weniger aufgetrennt.

00:24:22: Das wird perspektivisch immer stärker vermischt.

00:24:25: Also diese Gretzelbildung, die Städte der kurzen Wege.

00:24:29: Die Kitze, so wie es in Berlin auch sehr gelebt wird – man bewegt sich eigentlich weniger aus dem Wirkungskreis heraus und hat da alles!

00:24:38: Man hat seinen Job, man hat vielleicht auch Industrie-Urbanere, Kleinteiligere, die Logistik, die Kleinteeiliger wird….

00:24:46: Und diese Kleinteilligkeit ist über die letzten Jahrzehnte schwer darstellbar gewesen weil alles von Skalierung gelebt hat.

00:24:53: Mittlerweile kannst du aber aufgrund des Technologieeinsatzes, aufgrund der Digitalisierung und auch mit AI kreinteilige Dienstleistungen sehr gut skalieren.

00:25:02: Das heißt es ist jetzt auch wieder möglich sowie bei uns hunderte Standorte zu betreiben obwohl wir nur hier ein Headquarter in Wien haben Und das ist schon etwas was wir sehen, dass heißt Vermischung der Dienstleistung, die Logistik kommt in die Stadt zurück und natürlich ungebrochener eCommerce-Wachstum.

00:25:19: Also das ist nach wie vor ein Thema sieht einfach so aus, der Handel muss sich auf das einstellen.

00:25:25: Um die Channeling ist ein Thema.

00:25:27: Leute wollen sich Dinge ansehen Im Geschäft bestellen sie aber trotzdem online.

00:25:33: und dieser physische Kauf, der wird immer mehr Experience.

00:25:37: Das heißt ich gehe einkaufen wenn ich die Experience will.

00:25:40: Ich gehe zum Beispiel in einen Louis Vuitton Store weil ich will dort das Sehenspüren riechen und auch gesehen werden dabei.

00:25:49: Wenn ich mir irgendwie Dinge des täglichen Bedarfs kaufe dann möchte ich die im besten Fall geliefert haben.

00:25:56: Und das sind schon Dinge, die wir sehen.

00:25:57: Das passiert in Europa auch in anderen Ländern noch viel stärker und hilft uns natürlich im Wachstum.

00:26:04: Einige Gesprächspartnern haben ja erzählt sich damals in einem anderen Land vielleicht etwas gesehen was bei uns nicht gegeben hat und dann gesagt es müsste doch bei uns in Österreich auch funktionieren.

00:26:15: deswegen mache ich's jetzt auch da und der hats auch funktioniert.

00:26:19: Jetzt vielleicht bei dir dieser Perspektivenwechsel auch wie sehr hast du auch manchmal... Ich glaube, du hast keine Angst.

00:26:26: Aber ich nenn es jetzt nur so, dass ein Großer kommt aus einem anderen Land und sagt, ich fahre jetzt voll in diesen Markt rein und ich habe so viel Kapital und es wird alles aufgekauft.

00:26:38: Ist das wirklich realistisch aus deiner Sicht?

00:26:40: Oder zählt da doch mehr diese Regionalität, Du weißt eben genau wo wie die Menschen sind?

00:26:46: Das ist eine sehr spannende Frage, die man gleich auch nicht pauschal beantworten kann.

00:26:53: für uns.

00:26:54: Es ist mir schon immer auch darum gegangen, sogenannte Modes aufzubauen.

00:26:59: Also einen Graben, einem Burggraben.

00:27:02: Was kann ich sozusagen jetzt schon tun um mein Geschäftsmodell zu verteidigen?

00:27:07: Und in unserem Fall kann man sehr gut mit einem Hausbau vergleichen.

00:27:13: Jetzt musst du dir vorstellen, du hast ein Haus und da brauchst du für hundert Tage wenn du einen Bauarbeiter dort hast.

00:27:20: Wenn du zehn Bauarbeiter dort beschäftigst könnte man unterstellen, du würdest nur nicht hundert Tage bauen sondern nur zehn Tage.

00:27:27: Das ist nicht realistisch.

00:27:28: Das heißt dadurch dass wir so stark ein Standard-Netzwerk aufgebaut haben, ist es schwer möglich in kurzer Zeit auch mit viel Kapitalentsatz das zu replizieren.

00:27:40: Das funktioniert einfach nicht.

00:27:41: Wir haben Burggräben geschaffen die es fast verunmöglichen diese Geschwindigkeit oder wo wir stehen sozusagen das aufzuholen.

00:27:51: was wir schon machen müssen ist, wirklich zu hinterfragen wie wir arbeiten.

00:27:57: Weil natürlich Dinge die vielleicht vor zehn Jahren unser USP waren zum Beispiel digitaler Buchungsprozess.

00:28:05: ja das war etwas wo wir gesagt haben wir sind die ersten eigentlich global.

00:28:09: in New York gab es eine Firma die das auch gemacht hat.

00:28:11: man hätten Mini Storage und wir zwei Firmen auf der ganzen Welt im Self-Storage Bereich einen digitalen Buchungs Prozess haben mit EEI.

00:28:19: heutzutage kann Jeder einen digitalen Buchungsprozess aufbaut.

00:28:23: Das ist nicht mehr der Malt, es sind andere Dinge.

00:28:26: Da muss man schon taktisch und strategisch denken und immer etwas finden wo man stark ist, wo man gut ist und was schwer kopierbar ist.

00:28:35: Jetzt hast du ja auch ein bisschen diesen anderen Blickwinkel nach eben auch als Investor mittlerweile oder auch anzuschauen.

00:28:40: Wo gibt's denn auch Firmen?

00:28:43: Wo was funktionieren könnte, nach welchen Kriterien geht es total eigentlich vor?

00:28:46: Oder wo blickst du da jetzt genau hin.

00:28:48: Ja also da bin ich sehr opportunistisch weil ich bin ja nicht der Investor sondern es kommen junge Gründerinnen zu mir und sagen hey ich habe diese oder jene Idee.

00:28:57: kannst du mir dabei helfen.

00:28:59: So fangt so oft an, hast du einen Tipp für mich?

00:29:00: mit wem kann ich sprechen?

00:29:02: und aus diesen losen Gesprächen entwickelt sich oft dann eine Leidenschaft.

00:29:07: also ich bin schon auch jemand der sehr schnell Dinge cool findet und irgendwie die Potenziale sieht usw.

00:29:14: Und bei mir ist es in erster Linie das Gründungsteam.

00:29:17: also wenn ich den Leuten das zutraue etwas zu machen,

00:29:20: dann

00:29:21: bin ich schon mal noch interessierter.

00:29:25: Die Überzeugung habe ich, dass auch ich einen Beitrag leisten kann dabei.

00:29:28: Also ich kann da nicht operativ mitarbeiten aber vielleicht kann ich den Gründern helfen mit Anschlussfinanzierungen und Kontakten zu Venture Capital

00:29:35: usw.,

00:29:36: wenn auch das gegeben ist dann investiere ich.

00:29:38: Ich bin aber was Themen betrifft, Industrienbetrieb relativ agnostisch.

00:29:42: also ich hab von HelloBello die verkaufen digital über online Kanäle Hundefutter bis hin so ... ja Feinensthemen, die mit EI-Zahlungsströme distributen.

00:29:54: Da ist alles Mögliche dabei.

00:29:56: Also da geht es wirklich eher um die Gründer.

00:29:59: Aber inspiriert dich daran selbst noch einmal?

00:30:00: Auf jeden Fall!

00:30:02: Definitiv und da lernst du halt ganz viel.

00:30:05: Es ist ja auch eher wenn du in Venture Capital investierst natürlich das ist Kapitalismus.

00:30:09: Man will dabei Geld verdienen.

00:30:11: Wenn's aber nur um das geht dann ist es besser man legt das Geld in einen ETF.

00:30:16: also es geht schon auch darum dass Dinge lernt.

00:30:18: Also ich war bei einer Plattform zum Beispiel dabei, ganz lang die ihm ein EEE-Sprachsysteme Spracherkennung entwickelt haben für Schlaganfallpatienten wo dann als Investoren Ärzte dabei waren Personen aus dem Medizinbereich Dinge wo ich überhaupt keine Ahnung habe wo ich so viel lernen durfte und so viele neue Perspektiven bekommen hab.

00:30:40: Und das ist eigentlich das Spannende dran.

00:30:41: also man muss schon diese Leidenschaft mitbringen

00:30:44: Die ist ganz, ganz wichtig und die hört man bei dir auch raus muss man sagen.

00:30:48: Ja

00:30:49: ich möchte jetzt gegen Ende so ein bisschen den Kreis dann noch schließen.

00:30:54: So ein paar Tipps, die jetzt auch noch rauslocken Auch wenn es um das Thema im Gründung geht.

00:31:00: Was sind denn für dich so die ersten Dinge, die man sich jetzt mal überlegen sollte?

00:31:04: Wenn ich sage ich habe jetzt vor zu gründen Ich habe ungefähr DT, ungefähr einen Plan wie ich ihn umsetzen möchte

00:31:11: Das erste ist gleich mal sich selbst zu fragen, was will ich?

00:31:15: Wie soll mein Leben ungefähr aussehen.

00:31:18: Will ich stelle ich mir das so vor dass ich ein regionaler Unternehmer bin unter einen Standort habe und das mache oder will ich ein Startup gründen internationalisieren?

00:31:27: Das ist einmal eine Frage.

00:31:28: dann wenn es um die Idee geht ganz stark aufs Bauchgefühl hören dann relativ schnell mit Personen sprechen, die jetzt nicht unbedingt die Mama, die Oma oder irgendwie die Lebensgefährtin ist.

00:31:42: Sondern wirklich auf der Straße Personen ansprechen.

00:31:45: Das haben wir gemacht also ganz am Anfang.

00:31:47: Wir sind auf die Marihilferstraße gegangen, haben mehr oder weniger das Service aufgezeichnet wie es ausschauen kann und haben Leute gefragt würde sie das buchen?

00:31:55: Würden Sie das kaufen, wenn ja.

00:31:56: Würden sie es um zehn Euro kaufen?

00:31:58: Um zwanzig Euro kaufen oder um hundert Euro kaufen.

00:32:00: Das heißt wirklich mal er fragen ob die Personen überhaupt machen würden.

00:32:06: Das Zweite... Ja bitte!

00:32:08: Da brechen nicht verdammt cool, dass du das gemacht hast.

00:32:10: Zeigt doch so keine Angst haben oder seine Idee zu teilen.

00:32:13: Auf jeden Fall.

00:32:14: Das ist ein sehr guter Punkt in der Ansprache.

00:32:17: Wenn mir Leute sagen ich arbeite an was aber ich kann's dann nicht sagen weil das ist so supergeheim Dann frage ich mich, entweder du glaubst nicht stark genug an deine Fähigkeiten, dass jeder X-Beliebige irgendwie das einfach so kopieren kann.

00:32:30: Also wenn du nicht gut genug bist, dass du es beschützen kannst, dann ist es eh okay, dann bin ich eh auch nicht dabei sein beziehungsweise... Was auch fix ist, du bist nicht der einzige Mensch auf der Welt da über das gerade nachdenkt.

00:32:43: Also es gibt immer Leute die die gleichen Dinge gerade beschäftigen.

00:32:46: Es war bei uns auch so, es gab gleich fünf oder sechs Plattformen, die sind nach der Reihe aus dem Boden geschossen damals – die gibt's alle nicht mehr und uns gibt's noch aus unterschiedlichen Gründen.

00:32:55: Das heißt wirklich mit Leuten sprechen.

00:32:57: und ein wichtiger Punkt ist wenn man etwas Großes unter Anführungsstrichen bauen will dann muss man auch wirklich den Markt verifizieren im Sinne von Ist der Markt groß genug?

00:33:07: Wenn ich sage, keine Ahnung.

00:33:09: Ich will ein Software-System bauen für Schneckenzüchter aus Niederösterreich dann wird es wahrscheinlich relativ klein werden.

00:33:16: also man muss schon wirklich quantitativ sich überlegen und dann schnell testen.

00:33:22: Das heißt wirklich schnell Prototypen bauen.

00:33:24: mit AI ist das leicht möglich wenn es digitale Produkte sind.

00:33:27: wenig Geld in Marketing investieren wie kleine Budgets Schauen, ob Kunden anspringen.

00:33:33: Mit den Kunden persönlich sprechen.

00:33:35: Das sind lauter Dinge die eh irgendwie klar erscheinen.

00:33:38: aber so würde ich das nochmal machen.

00:33:41: So kleine Budgets investieren?

00:33:42: Aber schauen auch sich daran mal ein bisschen was zu investieren wahrscheinlich oder und sagen auch wenn nicht weiß kommt jetzt etwas zurück.

00:33:48: aber diese Vorleistung wir haben am Anfang darüber gesprochen Vorleistungen werden notwendig sein.

00:33:53: Die werden notwendigen sein, wobei eben in einer Zeit wie jetzt ist es wirklich mit relativ wenig Kapitaleinsatz möglich?

00:33:59: Ich glaube das Investment ist dann vielleicht Zeit, dass man sagt okay ich arbeite vielleicht irgendwo, ich bin Student und habe Arbeit geringfügig und hab dann fünfhundert Euro im Monat.

00:34:09: Das muss ich halt irgendwie managen.

00:34:11: aber dafür kann ich siebzig Stunden in der Woche zusätzlich oder fünfzig an dieser Idee arbeiten.

00:34:16: Und wenn ich dann zum Beispiel ein Beispiel ist Marketing Spendings, es kann schon sein, wenn ich in einem Konzept wie mal zehn Euro oder zwanzig Euro auf Google investiere und den ersten Kunden bekomme, dann kann es schon sein wenn ich tausende Investiere, dass meine Spendungsbaukunden niedriger werden.

00:34:36: Das heißt das ist schon im Wachstum am Weg sozusagen Verbesserungspotenzial da.

00:34:41: aber auch das Verbesserungspotenzial kann man Stückweise erhöhen, also man muss nicht herkommen und gleich mal Zehntausend Euro irgendwo rein investieren.

00:34:50: Also wirklich kleine Brötchenbacken mal versuchen klein zu starten ins Tun zu kommen und wenn was funktioniert dann bin ich eher der Typ der sagt okay all in

00:35:01: Was war für dich als Unternehmer der größte Aha Moment oder das größte Learning?

00:35:08: Dass ich mir sehr oft meistens selbst im Weg gestanden bin wenn etwas nicht funktioniert hat So wie ich dicke, eben... Ich bin wirklich jemand der für Dinge kämpft.

00:35:21: Der auch nicht akzeptiert wenn es nicht funktioniert.

00:35:26: Das ist schon etwas was man vielleicht ein bisschen reflektieren kann ab und zu.

00:35:31: das war mein persönliches Learning.

00:35:32: Und was eben auch fix ist, das habe ich vorher gesagt, dass kostet mehr und verdient weniger.

00:35:36: Das ist auch wichtig.

00:35:39: Und jetzt die Kehrseite der Medaille, was macht dich jetzt rückwirkend betrachtet?

00:35:44: Besonders stolz.

00:35:46: Was macht mich stolz?

00:35:48: Ich glaube wir haben jetzt etwas gebaut zehn Jahre, was eine Wirksamkeit hat.

00:35:54: Wir haben fünfzehntausende und zwanzigtausende Kunden jedes Monat die Dienstleistungen bei uns nutzen.

00:36:01: Das heißt ich habe jedes monat Zehntausende Probleme, die ich löse für Personen.

00:36:06: Und das mache mit einem Team in Wien, dass unglaublich smart ist.

00:36:11: In allen Bereichen, denen die Personen arbeiten viel smarter als ich und wenn ich ins Büro komme und sehe, dass es geschafft hat, Personen dafür zu begeistern an dieser Idee, die irgendwann mal hatte, mitzuarbeiten.

00:36:25: Und dann im Ergebnis sehe wie viele zehntausende Probleme wieder mitlösen.

00:36:29: Das macht mich total stolz!

00:36:32: Kann ich mir gut vorstellen.

00:36:33: Ja, Johannes, abschließende Frage!

00:36:35: Warum würdest du einem Menschen raten unbedingt zu gründen?

00:36:44: Wenn man für etwas Leidenschaft hat dann ist Gründen auf jeden Fall der Weg um diese Leidenschaft zu entfalten und es gibt aus meiner Sicht nichts Schöneres als das ist so ähnlich wie wenn man am Berg geht dieses Gefühl, man hat diese Anstrengung steht dann am Gipfel und kann dann runter schauen, wenn man dieses Gefühl gern hat.

00:37:08: Dann sollte man gründen!

00:37:10: Sehr schönes Bild zum Abschluss.

00:37:11: Johannes, vielen lieben Dank fürs Gespräch.

00:37:13: Danke dir!

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