Zotter Schokolade: Warum verrückte Ideen oft die besten sind

Shownotes

Wie wird aus einer ungewöhnlichen Schokolade mit Schweinshirn eine der bekanntesten Marken Österreichs? Und was kann Unternehmertum von einer Schokolade lernen, die bewusst mit Vorurteilen spielt?

Julia Zotter führt heute eines der erfolgreichsten Familienunternehmen des Landes. Gemeinsam mit ihrer Familie hat sie die Marke Zotter zu einem Synonym für Kreativität, Nachhaltigkeit und Mut gemacht. Im Gespräch erzählt sie, warum manche der verrücktesten Ideen die wertvollsten Lektionen liefern, weshalb Fehler ein wichtiger Teil jeder Unternehmenskultur sind und wie der Übergang von der Tochter zur Geschäftsführerin gelungen ist.

Außerdem spricht Julia über ihre Zeit in Shanghai, den Aufbau eines Zotter-Schokoladentheaters in China, die Herausforderungen einer Unternehmensnachfolge und darüber, warum Familienunternehmen oft langfristiger denken als viele andere Organisationen. Dabei wird deutlich, dass Erfolg selten durch perfekte Entscheidungen entsteht, sondern durch die Bereitschaft, Neues auszuprobieren und aus Rückschlägen zu lernen.

Eine inspirierende Unternehmergeschichte über Kreativität, Verantwortung, Fehlerkultur und die Frage, warum man manchmal einfach den Mut haben muss, ungewöhnliche Wege zu gehen.

Themen dieser Episode

Die Geschichte hinter Zotter Schokolade Die berühmte Schokolade „Hirn mit Ei“ Kreativität und Innovation im Familienunternehmen Warum Fehler wichtig für den Erfolg sind Der Ideenfriedhof von Zotter Unternehmensnachfolge und Generationswechsel Verantwortung als neue Geschäftsführerin Erfahrungen beim Aufbau des Standorts in Shanghai Nachhaltigkeit und Fair Trade Die Zukunft von Zotter Schokolade Unternehmertum, Mut und langfristiges Denken

Zitat der Episode

„Wenn 100 Prozent richtige Entscheidungen machst, dann hast du es wohl nicht genug probiert.“

Über den Gast

Julia Zotter ist Geschäftsführerin von Zotter Schokolade. Das steirische Familienunternehmen zählt zu den bekanntesten Schokoladenherstellern Europas und ist für außergewöhnliche Kreationen, nachhaltige Produktion sowie seine Innovationskraft bekannt. Gemeinsam mit ihrer Familie entwickelt sie das Unternehmen kontinuierlich weiter und verbindet dabei Kreativität mit sozialer und ökologischer Verantwortung.

Links

🌐 Zotter Schokolade: https://www.zotter.at

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EinfachMachen #JuliaZotter #Zotter #Schokolade #Familienunternehmen #Unternehmensnachfolge #Unternehmertum #Innovation #Fehlerkultur #Nachhaltigkeit

Transkript anzeigen

00:00:00: Bei Hirn mit Ei haben halt viele Leute gleich mal eine Orgelgeschicht im

00:00:04: Kopf.

00:00:04: Julia Zotter für eines der bekanntesten Familienunternehmen Österreichs, sie hat den Betrieb von einem Vater übernommen und mit seinen ungewöhnlichen Schokoladen-Kreationen begeistert Zotta Menschen auf der ganzen Welt.

00:00:16: Viele haben sich noch nie getraut so etwas zu probieren aber in der Blindverkostung würden neunzig Prozent der Leute sagen das es einer ihrer neuen Lieblingsschokoladen wäre.

00:00:25: Wir sprechen über ungewönliche Projekte in China – Übermut!

00:00:28: Fehlerkultur und Nachfolge.

00:00:30: Wenn du hundertprozent richtige Entscheidungen machst, dann hast du es wohl nicht genug probiert.

00:00:34: Aber das Schlimmste was man

00:00:35: machen kann ist gar nichts machen!

00:00:37: Hier ist mein Gespräch mit Julia Zotter.

00:00:40: Ja wir sind heute in der Steinmark in Riegersburg bei Julia Zotta.

00:00:43: Hallo Julia danke für die Einladung.

00:00:45: Danke dass ich da sein darf.

00:00:46: freu mich voll.

00:00:47: Ich war auch schon mal privat bei euch und habe die Schokolade natürlich verkostet.

00:00:50: Aber ich muss sagen, irgendwann wird es dann ja wirklich viel... Was schafft man eigentlich so an Schokoladenkonsum am Tag?

00:00:56: Oder was macht der Spitze-Reiterin?

00:00:59: Kommt drauf an, was du gewohnt bist!

00:01:00: Also ich finde ja Schokokonsum trainieren einfacher als Marathon zum Beispiel aber es ist ähnlich.

00:01:06: Man muss einfach jeden Tag üben, auch wenn das eben eine angenehme Übung ist.

00:01:11: Ich schaffe zwischen ein und zwei Tafeln am Tag Aber ich verteile es auch den ganzen Tag.

00:01:16: Ich könnte wahrscheinlich mehr essen, wenn ich jetzt wirklich müsste.

00:01:21: Besucher...

00:01:22: Puh!

00:01:23: Eine Darfel einen halb kommt darauf an wie viel man gewohnt ist.

00:01:27: Eine kreative Darfel haben wir vor uns liegen hier mit Ei nennt sich die.

00:01:31: Wann ist da der richtige Moment, dich zu essen?

00:01:34: Der ist tatsächlich also immer ein.

00:01:37: kann sie's vielleicht vorstellen?

00:01:39: aber das ist tatsächlich unsere schlecht verkaufteste Schokolade.

00:01:46: Das ist auch okay so, schlecht verkauft.

00:01:49: Die meist besprochene Schokolade und zwar der beste Moment für die Hirn mit Eis tatsächlich eine Blindverkostung.

00:01:57: also ihr könnt es euch oder du kannst dir vorstellen warum das so ist.

00:02:01: Bei Hirn mit Ei haben viele Leute gleich mal eine orge Geschichte im Kopf.

00:02:06: Viele haben sich noch nie getraut, so etwas zu probieren.

00:02:08: Es ist eigentlich ein österreichischer Klassiker.

00:02:11: Das heißt vor allem ältere Generationen werden sich mit dem eher zu Hause fühlen Haben das aber normalerweise auch schon wieder lang nicht mehr gegessen.

00:02:19: Und gerade mit diesem Kopfkino spielen wir gerne.

00:02:22: also deswegen blind Verkostung.

00:02:23: natürlich vorher sollte man als tipp vielleicht herausfinden, ob die Leute sowas überhaupt essen dürfen.

00:02:30: Also Allergien, Veganer, Vegetarier... Es ist Schweinzieren.

00:02:33: also da muss man schon ein bisschen vielleicht umnachfällig fragen, ob da irgendwelche Barrieren sind.

00:02:38: aber dann in der Blindverkostung würden neunzig Prozent der Leute sagen das es eine ihre neuen Lieblingsschokoladen wäre weil an dieser Schokolade eigentlich alles nur gut und zwar wir karamellisieren das Schweinziehen Dann ist es halt so ein bisschen leicht Nussige Not, aber Schweine hier oder hier schmeckt ja nicht wirklich noch was.

00:02:59: Danach wird's schön, wenn sich das Vorstellen als cremig, dann können wirs fein kurieren und dann kommt das Ganze in einen selbstgemachten Eierlikör.

00:03:08: also so kommt Hirn mit Ei zusammen.

00:03:10: Eierlikör ist alkoholische Zutat macht das Ganze natürlich haltbar.

00:03:17: Wir haben den Eierlikör auch noch mit Bienenbrand gemacht, also damit es hier in der Birnes ist... Also die Schokolade ist so ein Sickerwitz sozusagen.

00:03:26: und die zweite Schicht in der Schokoladen, also hier siehst du sehr, ist ein Nugget mit gehackten Nüssen.

00:03:33: Also einmal das Brain als Food und dann das Brain-Food.

00:03:37: So, Eierlikör Nur Gott mit Nüssen ist so ziemlich die klassischste Kombination, den man sich irgendwie ausdenken könnte.

00:03:45: Also insofern lieben das auch alle Leute und in der Blinverkostung eben neunzig Prozent.

00:03:49: sagen wir mal, was?

00:03:50: Das ist meine.

00:03:51: Fünf Sekunden später nachdem man das Geheimnis enthüllt traut sich die Hälfte nicht mehr.

00:03:57: ein zweites Mal hingreifen weil einfach in unserem Kopf alles auf Barriere schaltet uns.

00:04:02: Eben bei der Schokolade ist es uns gar nicht darum gegangen dass dir ein Orga Bestseller wird sondern Die soll Leuten zeigen, wo die Grenzen bei ihnen sind und wie künstlich diese Grenzen oder Vorurteile oder dieses Kopfkino eigentlich sein kann.

00:04:16: Oft bildet man sich ja Dinge – ob das jetzt beim Schokoladen, beim Essen, beim Menschen oder auch beim Gründen – Dinge ein.

00:04:23: Die müssen einfach nicht so sein aber an diesen Barrieren muss man erst einmal vorbei!

00:04:27: Und dass ist die Schokolade, die das als Wirkung hat.

00:04:30: Und man hat mehr hier in dem Körper als

00:04:32: vorher.

00:04:35: bei der Schokolade sagen kann, was auch mit Gründen irgendwie zusammenhängt.

00:04:38: Man braucht Mut vielleicht die mutigste Schokolader der Welt aber eine Gründerin braucht ja auch Mut und ihr seid da wahnsinnig mutig glaube ich muss man sagen von wo kommt denn das Ganze?

00:04:50: Was ist denn so euer kreativer mutiger Antrieb?

00:04:54: also glaube mal, es gibt nichts was nicht geht.

00:04:57: Also Schokolade hat ein wahnsinniges Spektrum.

00:05:00: die meisten von uns kennen natürlich jetzt aus der Kindheit und so wie sie aus der Erfahrung vielleicht eher die klassischeren Kombinationen.

00:05:07: aber Kakao als Rohmaterial hat schon einmal Puh sechshundert verschiedene Aromakomponenten.

00:05:12: Das heißt man kann mit allem spielen und es gibt, das ist eine gute Nachricht keine Ausrede, keine Schokolade zu essen.

00:05:18: Zu jedem Gericht, zu jedem Getränk passt irgendwas.

00:05:22: Bei uns kommt schon von meinen Eltern oder meinem Vater spezifisch.

00:05:28: der ist ein Koch und Konditor aber er war zuerst Koch und danach Kondito.

00:05:33: der prinzipielle Mindset-Unterschied zwischen den zwei an, würde ich mal sagen.

00:05:37: ein Koch probiert einfach.

00:05:38: Arbeitet immer mit verschiedensten Rohstoffe kostet, hat einmal einen Backelbutter mehr rein oder was auch immer.

00:05:44: aber jedenfalls ist es immer so ein On the go Erfinden!

00:05:48: Ein Condito muss wahnsinnig geplant vorgehen weil wenn nicht die Rezepte so anwende wie sie sein sollen dann kommt die Textur oder die cremige Textur am Ende nicht mehr so raus.

00:06:01: So, jetzt haben wir zwei Meinzards.

00:06:02: Einmal Chaos und einmal Orten Und mein Vater war eben zuerst Koch und hat sich erst danach dann an diese an dieser strengeren Grenzen halten müssen.

00:06:13: Insofern ist dieses Mainzart einfach von früher noch mitgekommen.

00:06:17: Nur weil die Zutat nicht klassisch ist heißt das nicht dass ich sie auch in einer Torte damals unsere Konditoreizeit oder eben eine Schokolade verwenden kann.

00:06:26: Und dieses Mainzer hat sich natürlich in unseren gesamten Unternehmensstil weiter verbreitet, dass wir Dinge einfach ausprobieren.

00:06:35: Das Schlimmste was passieren kann ist es funktioniert nicht.

00:06:37: dafür haben wir eh unseren Schreien gebaut sozusagen.

00:06:40: aber das schlimmste was man machen kann ist gar nichts machen.

00:06:44: Wir sitzen ja direkt bei euch am Betriebsgelände in der Lebenswelt.

00:06:47: ich habe auch schon den Friedhof gesehen wo einfach Grafsteiner sind.

00:06:51: das heißt da kommen dann so die Produkte hin die nicht funktionieren oder die ausgedient haben.

00:06:56: Kann man sich das so vorstellen?

00:06:57: Es gibt verschiedene Gründe, warum eine Schokolade bei uns stirbt oder eingegraben wird.

00:07:03: Und zwar sind nicht immer nur die, die sie halt nicht verkaufen.

00:07:06: Ich meine wir haben dort unten auch Hummer und Schokoladen.

00:07:09: Kein Wunsch, dass der sich nicht verkauft hat ist nicht einmal in Produktion gegangen.

00:07:13: Damals haben wir gesagt ja es braucht sehr viel Hummer für ein bisschen Schokolad.

00:07:16: Würde

00:07:16: ich jetzt gerne ausgraben, ich denke wie schmeckt denn die?

00:07:19: Schmeckt super aber es sind halt viele Viecher, die da drin müssen und insofern haben wir dann gesagt na mach mal nicht!

00:07:25: Aber es gibt auch Bestseller dort unten.

00:07:28: Also wenn man jetzt zum Beispiel eine Nussnugerzorte unten sieht, das liegt nicht immer noch daran dass sie sich nicht verkauft haben.

00:07:34: oder manchmal ist es einfach wir wollten was Neues machen und die neue Version ist besser als die alte.

00:07:39: Manchmal hat einfach die Zeit nicht gepasst.

00:07:43: Wir hatten sehr lange eine Fischschokolade.

00:07:46: Das war die Rosa Kokos mit Fischgummi.

00:07:47: Die liegt natürlich am Friedhof, weil davon haben wir eine Angst gehabt.

00:07:51: Interessanterweise haben wir aber auch in Shanghai zum Beispiel einen Schokoladenherter und dort habe ich diese Fischschokolade zum Bestseller gemacht.

00:08:03: Und zwar hat das funktioniert, weil die Leute dort viel weniger Vorteile haben und jetzt nicht einfach sagen ja Fischen-Schokolade passt nichts an.

00:08:10: Insofern sind sie da viel offener drauf zugegangen.

00:08:13: Und für unsere Gäste, solange ich das gemacht habe und so lange ich das gepusht hab war das die beste Schokolade.

00:08:20: Wo sie sich in Österreich überhaupt nicht verkauft hat.

00:08:21: aber es ist halt verschiedenste Gründe.

00:08:24: Für uns das Wichtige am Ideenfriedhof Immer bewusst zu sein und auch immer daran zu erinnern, nur weil was nicht funktioniert heißt das nicht dass es ein Fehlschlag war.

00:08:37: Man soll darüber reden, dass Dinge nicht immer funktionieren.

00:08:39: man soll offen damit umgehen können, man lernt aus Dingen Und gleichzeitig kann man immer wieder für Inspiration zurückkommen und sich denken, das ist eine neue Idee die schon schräg, aber dann schaut man sich an was man schon alles gemacht hat.

00:08:52: Da weiß ich ja okay so schlimm wird es auch nicht sein!

00:08:54: Die Leute haben uns schon viel verziehen.

00:08:57: Insofern diese permanente Auseinandersetzung mit der eigenen Fehlbarkeit ganz wichtig.

00:09:06: Ich weiß nicht mehr wer mir das erzählt hat oder war so eine sehr schöne Aufteilung.

00:09:12: Wenn du ein Hundertprozent richtige Entscheidungen machst, dann hast das wohl nicht genug probiert.

00:09:16: Also wenn es immer auf der Safe-Side bist, okay, das ist leicht!

00:09:20: Das kann man sich gleich vornehmen.

00:09:24: Solange sechzig Prozent der Entscheidungen positiv sind und gut funktionieren, bist schon nochmal auf einem guten Weg.

00:09:30: Zwanzig Prozent sollten solarlar sein aber wenn nicht zwanzig prozent noch auf den Rest viel schlägt Dann hast du wohl nicht probiert wie weit du gehen kannst und weißt auch deine Grenzen nicht.

00:09:41: Sehr schönes Zitat.

00:09:42: Ja, kommen wir ein bisschen zu deinen Entscheidungen im Leben?

00:09:46: Ich würde jetzt mal behaupten du hattest eine sehr schöne Kindheit denn du bist mit viel Schokolade aufgewachsen.

00:09:52: Zuerst Horten und dann Schokolad.

00:09:54: Alles was man so braucht als kleines Kind vermutlich.

00:09:57: Damit man groß und stark will sein.

00:10:00: Vielleicht war ich irgendwo Spinat drinnen

00:10:03: weil weiss... So heim Neue!

00:10:06: Die Schokoladen.

00:10:07: Seit deiner Kindheit hatte ich dein ganzes Leben lang natürlich dann irgendwie begleitet.

00:10:11: Aber war es für dich auch klar, dass du das auch Beruf nicht einmal machen möchtest?

00:10:15: Etwas mit Schokolade hättest auch vielleicht andere Vorstellungen mal gegeben.

00:10:24: Mit dem, wenn ich aufgewachsen bin, das kenne ich.

00:10:25: Da fühle ich mich wohl und zu Hause.

00:10:27: Aber wie wahrscheinlich viele Leute jetzt einen Familienunternehmenshintergrund haben... Das Familienunternehmen heißt aber auch, dass es wirklich teilt an das Lebens.

00:10:36: Also das hört nicht am Freitag um fünf Uhr am Nachmittag auf sondern geht halt weiter!

00:10:40: Und insofern war das einfach immer meine Welt?

00:10:43: Und natürlich fragt man sich hier was kann ich noch anderes machen?

00:10:46: Ist da noch so selbstverständlich?

00:10:52: Wenn du Teil von einem Familienunternehmen bist, dann bist du seit kleinem Kind.

00:10:55: Du denkst okay ich habe zumindest die Möglichkeit zu wissen was mein Leben lang machen wird und dann überlegst du halt was sonst noch machen könntest.

00:11:05: Ein Content bei mir war tatsächlich ich wollte Astronautin werden und zwar bis ich so vierzehn Jahre alt war.

00:11:11: also ich hab schon recht ernst genommen und habe mich eben auch geschaut dass ich mich mehr mit Physik und Chemie beschäftige weil das braucht man.

00:11:19: Aber bei uns oder bei mir ist dann der Wechsel gekommen.

00:11:23: Also wir sind ein Handwerksunternehmen, ob man jetzt ein Restaurant ist eine Tischlachei oder was auch immer mit Schokolade arbeitet es ist ein Handwerk und das ist wirklich toll.

00:11:35: aber es hat damals begonnen mit dem Eingang zu unserer Produktion und eben wenn die Leute dann gekostet haben und also dann gewechselt haben auf rein biologische Rohmaterialien und auf Fairtrade hat sich unsere Welt erweitert.

00:11:50: Also im Sinne von ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit, also dass man wirklich schaut okay wo beginnt mein Rohmaterial?

00:11:58: Und welche Auswirkungen haben meine Entscheidungen aus Firma auf die Umwelt, auf den Menschen mit denen ich zusammen arbeite.

00:12:07: Und damit sind wir ein Unternehmen geworden das wirklich sozusagen in der Hinsicht ganzheitlich agiert.

00:12:13: Wir sind auch jetzt nicht unkreativ, also man kann sich jetzt schon ausleben und insofern hat mich damals kein besseres Berufs zu Hause vorstellen können wie das Unternehmen.

00:12:27: Also da war dann wirklich so der Umschlag für mich.

00:12:32: Wie viele Kolleginnen und Kollegen Mitarbeiterinnen kennst du eigentlich jetzt?

00:12:36: Da schon sehr lange vermutlich sehr viele oder?

00:12:39: Also wir sind zweihundertdreißig Mitarbeiter.

00:12:43: Einige davon kenne ich noch aus der Konditoreizeit.

00:12:45: Also sagen wir mal, die kennen mich seit ich sehr klein bin.

00:12:50: Manche von den Kollegen sind jetzt mittlerweile auch schon eine Pension also die, die mich von wirklich sehr kleinen kennen.

00:12:55: aber unser Produktionsleiter hat bei uns die Lehre gemacht.

00:12:58: Der hatte oft meine Bruder und mich beschäftigen müssen.

00:13:03: Insofern sind wir schon sehr stark miteinander aufgewachsen Und sehr viele Mitarbeiter war schon so lange im Unternehmen, wir haben schon sehr viele die über zehn Jahre bei uns sind oder über fünfzehn Jahre und dann gibt es auch zwanzigjährige.

00:13:19: Also das ist einfach so langsam gewachsen.

00:13:22: Wir sind jetzt nicht unbedingt im Zentrum der Welt.

00:13:24: also es ist wunderschön hier aber es ist doch ein bisschen abgelegen.

00:13:28: insofern viele von unseren Kollegen und Kolleginnen kennen sich schon.

00:13:32: einige sind verwandt.

00:13:33: ich habe mal vor Was zwei Jahre in der Aufstellung gemacht, welche Familienklaren es eigentlich bei uns gibt.

00:13:39: Und man ist überrascht, verwandt verschwägert, Kusser als Kussinen alles mögliche bei uns und das erzeugt ein ganz anderes Defüger.

00:13:49: Wie war das für dich aber auch dann wie du bisschen von der Salat formuliert von einer Doktor vom Chef?

00:13:55: zur Chefin geworden bis dann.

00:13:57: Da ändert sich ja doch die Rolle, hast du dir das sehr schwer getan?

00:14:01: War es eine Mindset-Geschichte oder ist das so ein Schleich in der Übergang gewesen?

00:14:06: Ein bisschen was von allem.

00:14:07: also ich bin damit aufgewachsen hier und in dem Fall mein Bruder und ich, wir sind drei Geschwister, mein Brudder und ich sind ziemlich nah beieinander.

00:14:16: Ich war erst nach elf Monaten junger als ich.

00:14:18: Wir haben immer alles gemeinsam gemacht Und unsere kleine Schwester ist achtzehn Jahre jünger, also da ist noch ein bisschen an Abstand.

00:14:26: Mein Bruder und ich waren immer Teil von Unternehmern das heißt nach der Schule sind wir immer hergefahren.

00:14:31: Wir haben natürlich das Unternehmen von ganz klein auf mitbekommen.

00:14:35: Da war man doch nicht für ein Trade.

00:14:37: oder haben wir mitarbeiten dürfen auch als Kinder.

00:14:39: Da haben wir zum Beispiel einen Kübeskerner wie die Schokolade draufgelegt ganze den Anfängen und Koko Set zu Weihnachten.

00:14:45: Wir hatten Schokoladen eingepackt, wir haben in der Produktion halt mit geholfen Und insofern ist man schon ein bisschen auch Teil von allen Teams.

00:14:54: Die Leute kennen einen, sie kennen uns nicht nur von außerhalb des Unternehmens sondern auch wirklich als Teil des Unternehmerns und unsere Eltern haben das immer sehr gut gemacht dass Sie uns auch früh Verantwortung gelassen haben.

00:15:10: zum Beispiel wenn sie weg waren dann waren mein Bruder und ich halt trotzdem auch hier vielleicht Zum Beispiel gerade auf der Uni, aber am Wochenende sind wir dann heimgekommen zu schauen.

00:15:20: Wie passt alles?

00:15:21: Gibt es irgendwelche Fragen?

00:15:22: Wenn wir sehr jung was entschieden haben oder mussten, dann haben sie uns auch den Rücken gedeckt.

00:15:32: Unsere Kollegen und Kolleginnen haben sich darauf verlassen können.

00:15:35: Auch wenn die Julia jetzt nicht Chefin ist oder vielleicht doch sich auf der Union oder sonst irgendwie unterwegs war... Wenn ich da, wenn ich sie was frag und sie eine Entscheidung drüftet dann kann er mich darauf verlassen.

00:15:46: Und das hat uns natürlich sehr stark den Rücken erstens gestärkt aber andererseits haben wir auch viel Mitsprache gehabt.

00:15:53: insofern habe jetzt nicht warten müssen bis ich offiziell den Schlüssel kriege.

00:15:59: Ich muss jetzt auch keine Schlösser austauschen oder sonstwas alles was sich an dem Unternehmen verändern wollte oder in der Richtung mitbestimmen.

00:16:07: Das hab' ich schon sehr lange können.

00:16:09: Insofern ist es jetzt nicht so ein krasser Übergang und nicht dieses war.

00:16:13: endlich darf ich.

00:16:14: Und das darf mir niemand mehr was sagen, wir sind immer noch zu viel im Unternehmen also meine Mutter ist auch noch dabei.

00:16:20: oder zur fünft mit unseren kleinen Schwester und das funktioniert einfach gut zusammen.

00:16:25: aber natürlich dieser erste Schritt man geht anders durchs Unternehmen wenn man plötzlich Chefin ist.

00:16:32: Ich habe gerade vor kurzem wieder die Situation gehabt hat eine Kollegin die relativ neu ist hat irgendwas zu mir gesagt, hier Julia kannst du das oder was ist mit dem?

00:16:41: Oder was auch immer.

00:16:42: Und dann schaut sie mich ganz geschockt an und sagt hey ich hab dich gerade getutzt, dass du noch voll leidst und ich so eh... Ich bin mit allen wer du.

00:16:49: Ich weiß schon immer aber eben dieser Übergang ist natürlich schon ein bisschen schräg.

00:16:55: Ja da kann ich mir vorstellen.

00:16:57: Hat es für dich trotzdem so einen Gründungsmoment gegeben denn für dich so dein persönlicher.

00:17:03: jetzt bin ich wirklich die Chefin Mein Unternehmen.

00:17:08: Viel Verantwortung, was ich übernehme aber es ist halt jetzt doch... Ich bin hauptverantwortlich.

00:17:14: Ja also das ist zum Beispiel bei der neuen Sorten.

00:17:17: Das habe ich heuer zum großen Teil einfach dass ich viel mehr noch dahinter bin und noch ein größerer Teil zum Beispiel von mir kommt.

00:17:27: Und eben, zum ersten Mal kann mein Vater nicht sagen ja und wenn das nicht funktioniert ich gehe in Hefen dafür.

00:17:33: jetzt kann ich sagen jetzt gehe ich in Hefender für.

00:17:35: deswegen darf ich das so zu machen.

00:17:37: also das war schon wir machen ja nix illegales.

00:17:40: soll man sich falsch verstehen aber da geht

00:17:42: es... Ich weiß nicht was du mit dem Schokoladen noch alles erhappst.

00:17:45: Geht's einfach um diesen Grundgedanken wenn du die letzte Verantwortung hast?

00:17:50: Also ich habe zum Beispiel ist kein sexy Gründungsmoment.

00:17:53: Am ersten Tag von unserer, also nach der Übergabe schon sind automatisch die ganzen Anwaltsbriefe zu mir gekommen.

00:18:02: Also was man halt für die Rechte und alles Mögliche macht und nicht mehr meinen Vater das sind so Momente wo du denkst oh jetzt muss ich mich darum auch kümmern und es ist halt etwas anderes.

00:18:12: ein richtig orgergründungs moment ist für mich oder richtige Voller, fläschige.

00:18:17: Der ist eigentlich viel früher gekommen als ich bin mit... Ich bin mit twenty-fünfzig nach Shanghai gegangen um dort im Prinzip ein kleines Schokotheata aufzubauen Ist viel kleiner hier schaut auch ganz anders aus geht um Verkostungstationen und ein bisschen den Leuten halt zu zeigen was Schokolade kann.

00:18:33: Hat nur einen kleinen Workshop Produktiones weiter in Österreich aber das habe ich dort aufgebaut Und da war ich twenty-chwanzig und dabei allein drüben schon mit meiner Geschäftspartnerin vor Ort ja aber alleine aus österreich Und habe das Unternehmen aufgebaut.

00:18:48: Das war noch mehr der Moment für mich, jetzt musst du das allein machen!

00:18:53: Man hat zwar die Familie im Hintergrund aber sie ist einen Kontinent weiter weg und da ist schon viel gewesen wo man sich der Verantwortung bewusst wird Aber wo auch der Moment kommt und sagt, hey jetzt ist das entscheidend.

00:19:07: Und deswegen kann ich das jetzt einfach

00:19:08: tun.".

00:19:09: Auf der anderen Seite gibt es auch Momente, wo du dich manchmal ärgerst oder das Gefühl hast – Ich werde noch nicht so wahrgenommen als die Chefin jetzt!

00:19:18: Es ist noch immer so.

00:19:19: ja, ich möchte meinen Papa sprechen oder der hat das gemacht.

00:19:22: Gibt's da so Dinge, wo dir denkst eigentlich dass es jetzt ungut?

00:19:26: Nein, also dadurch dass wir das schon so lange zu viel machen und der Papa und ich haben schon sehr lang zusammengearbeitet.

00:19:33: Wir kennen uns gut, wir kommen gut miteinander aus.

00:19:35: Wir reden auch über alles und während viele Leute ... Ich auch, wenn uns nicht sicher waren wie das der Papa dann macht, wenn ein Ruhestand ist, ihr seht einen Ruhbestand.

00:19:45: Ihr seht trotzdem jeden Tag da.

00:19:47: Macht er das schon auch sehr, sehr gut?

00:19:50: Dass er einfach... wie früher halt derjenige ist alles entscheidert, sondern das schon abgibt oder wir besprechen uns Dinge vorher.

00:19:58: Das heißt jetzt aber nicht dass er nicht irgendwas machen darf, es ist nur umgekehrt wie früher.

00:20:03: Er kümmert sich zum Beispiel jetzt mehr in unseren Espantiegarten und unsere Landwirtschaft, das ist einfach etwas, das erfordert schon viel Aufmerksamkeit, aber wenn's den Rest von Unternehmen leiten muss dann ist es halt schwierig das auch noch gut zu machen und insofern zum Beispiel fokussiert er jetzt eher auf das sicher, ich glaube für viele unsere Kollegen die sagen noch immer einfach Chef zu ihnen.

00:20:25: Aber ich wollte nie die Chefin sein.

00:20:27: also im Sinne von Ich bin Julia und das stört mich in der Hinsicht auch nicht.

00:20:33: aber es ist halt lustig wenn die Leute sagen ja ich habe vorhin gerade einen Chef geredet und dann denkst du Aja okay!

00:20:42: Es wäre sicher was anderes, wenn wir uns nicht verstehen würden.

00:20:46: Oder wenn wir jetzt irgendwie uns gegenseitig beweisen müssten wer da jetzt einen längeren Ast sitzt sozusagen oder welche Entscheidungen gut waren oder nicht.

00:20:55: aber das ist es zwischen uns nicht weil einfach dieses lange Miteinander und dieses lange Ernst nehmen auch meiner Meinung zu Themen eben jetzt dahin fruchtet dass wir uns gegensichtlich respektieren und uns nicht beweisen müssen wer jetzt irgendwas besser kann also oder wer die schrägere Schokolade entwickelt.

00:21:13: Wir sind beide berüchtigt dafür, also das passt ganz gut.

00:21:16: Ist es so sagen auch als Frau für ihr leicht manchmal besonders herausfordernd ein Unternehmen zu leuten?

00:21:22: In meinem Fall für uns nicht weil ich einfach schon so lange da bin und weil schon so lang zwischen meinen Bruder und mir wir schon lange darüber geredet haben wie wir uns das dann in Zukunft aufteilen möchten.

00:21:37: Er ist genauso Teil vom Unternehmen, er ist genauso mit so viel Leidenschaft drin dahinter.

00:21:41: Aber es fühlt sich wohl in einer Position ähnlich wie meine Mutter die nicht nach vorne gerichtet ist und insofern sind wir da beide gemeinsam sehr gut drauf.

00:21:52: Das ist nie infrage gestellt worden aber ich bin das auch schon von Shanghai gewohnt.

00:21:59: man tritt dann einfach anders auf wenn du mit einem gewissen Selbstvertrauen das brauchst schon auf die mir zugehst.

00:22:05: mein Hintergrund auch eher, dadurch dass ich schon so lange im Unternehmen bin.

00:22:09: Ich war lang Teil der Teams und habe halt mitgearbeitet.

00:22:12: Schon ist immer eine komische Position, wenn du Zwischenchef und halt Teams bist aber ich hab mich immer mehr als Teil von allem verstanden weil ich halt auch so aufgewachsen bin und insofern ist bei uns jetzt diese Barriere eben nicht zu groß.

00:22:29: Aber das will ich irgendjemand so nicht ernst genommen haben.

00:22:32: Also da ist mein Vorteil, dass sich halt zotter heiß.

00:22:35: Wenn ich jetzt Huber wäre und als Geschäftsführerin von außen kommen würde, vielleicht wär's anders.

00:22:41: Aber man muss auch sagen wir sind Unternehmen mit sehr hohem Frauenanteil – auch in Führungspositionen!

00:22:47: Wir haben mehr Frauen bei uns als Männer angestellt.

00:22:50: Insofern sind auch die Männer bei uns starke Frauen gewohnt und ein gutes Miteinander.

00:22:56: Welche Fußstaff möchtest du denn jetzt in Zukunft machen?

00:23:04: Wir leben in einer sehr interessanten Zeit.

00:23:05: Also wir sind überhaupt ein Unternehmen, das nicht super strategisch ist auf die nächsten mehreren Jahre.

00:23:11: also wir haben uns die Freiheit und die Flexibilität erarbeitet dass sie auch immer sehr kurzfristig reagieren können langfristige Ziele an denen wir auch schon länger arbeiten sozusagen.

00:23:24: für mich war immer sehr so wichtig sich hin mit einem schlechtes Beispiel die schlägt aber es ist sehr wichtig auch im veganen Bereich weiter zu kommen Das heißt einfach auch Produkte zu machen, die ohne tierische Produkte auskommen.

00:23:39: Weil es kreativ interessant ist aber weil's auch wichtig ist dass wir zu einer Normalität kommen wo tierische Lebensmittel nicht unbedingt ein Riesenteil von unserer Ernährung sind.

00:23:47: da können wir auch mit Schokolade was ein Genussmittel ist sehr viel machen.

00:23:53: Das ist natürlich Nachhaltigkeit im Energiebereich zum Beispiel.

00:23:56: Wir sind immer noch nicht komplett Energierautark, wir sind schon gut dabei aber wir haben noch ein bisschen an den Weg und wir sehen halt auch trotz internationaler Erfahrung.

00:24:07: die Welt hat vor vierzehn Jahren als wir in Shanghai angefangen haben ganz anders ausgeschaut als jetzt, also auch was internationale Zusammenarbeit angeht.

00:24:16: Was Grenzen angeht und so weiter.

00:24:19: Und jetzt sind wir gerade halt in einer Phase wo wir uns eher zum Beispiel auf unsere deutschen Nachbarn konzentrieren wenn es jetzt darum geht neue Märkte zu erschließen obwohl das sieht man schon seit vierundzwanzig Jahren.

00:24:29: aber trotzdem trotz gleicher Sprache und ähnlicher Kultur sowieso essen in Österreich immer noch mehr Leute.

00:24:36: unsere Schokolade ist in Deutschland Und das ist etwas, wo man sagt okay jetzt bleiben wir mal in der Richtung.

00:24:41: Konzentrieren wir uns auf das was in der Nähe ist und wer weiß in ein paar Jahren funktioniert es vielleicht wieder gut?

00:24:46: Und dann schauen wir wieder

00:24:47: weiter.

00:24:47: Bei der Österreich-Jährigen muss Menschismus machen oder?

00:24:50: Ja Wahnsinn!

00:24:52: Gibt da Piste schon ganz gut aufgehoben in Österreich.

00:24:54: Was das betrifft.

00:24:55: Das taugt mir schon sehr in Österreich dass die Leute halt im Essen sind und das haben wir sehr gemein mit den Chinesen.

00:25:03: Es hat mich sehr überrascht.

00:25:04: In Wien fällt das auf, wenn man ab und zu mit der U-Bahn fährt... ...und dann sind ein paar Chinesen in der u-Bahne und die merken ja nicht dass ich chinesisch kann.

00:25:11: Also die reden einfach rüber irgendwas und es ist total...ja!

00:25:13: Und das ist halt spannend, wenn du Leuten zuhören kannst, die eigentlich nicht erwarten, dass jemand mitgelauscht.

00:25:21: Die reden wirklich in achtzig Prozent der Fälle zumindest in einer u-bahn in Wien über Essen Und ich liebe das.

00:25:27: Hast du heute schon was gegessen?

00:25:29: Was ist so, wie auch immer und ich glaube da sind wir Österreicher doch sehr ähnlich.

00:25:35: Ja genau, krieg Hunger meistens und denkt vielleicht sagen die mir in welchem Restaurant die waren!

00:25:43: Von der Schokolade auch noch ein bisschen weggedacht.

00:25:46: Wie sehr musst du auch in der heutigen Zeit jetzt nicht nur am Produkt selber arbeiten, sondern auch mehr auch im ganzen Umfeld dieser Experience zu schaffen?

00:25:56: Auch vielleicht gerade in einer Welt wo sich schon sehr viel anwählen mittlerweile abspielt ja und tut doch sehr physisch die Schokoladen dann verkostet.

00:26:04: wie schwer ist da dieser Spagat?

00:26:07: oder wo muss man da vielleicht hin in Zukunft?

00:26:11: Also ein Teil davon deckt zum Beispiel meinen Bruder ab.

00:26:14: Er ist unser IT- und Systeme- und sowieso Typ, das heißt er bringt unsere Unternehmen eigentlich in die Zukunft.

00:26:23: Insgesamt ist es schon sehr wichtig sich zu überlegen okay Es heißt dann nicht nur weil ich physisch kosten kann man kann ja auch Das ist uns halt auch sehr sehr wichtig.

00:26:32: Unsere Sachen sind ja nicht schier hoffentlich also es geht ja immer ums Auge und da kommt zB unsere Kunst sehr stark zur Geltung.

00:26:41: Wir machen es unseren Kunden dann nicht einfach, wir haben ja überall Kunstwerke drauf.

00:26:46: Und das schon seit Anfang an und das war im Retail-Setting immer ein bisschen schwierig.

00:26:51: also in der realen Welt sozusagen wenn man sich für eine Schokolade entscheiden soll aber zum Beispiel sind die da ein Zeitalter.

00:26:59: Da schauen die Leute vielmehr auf so visuelle Sachen.

00:27:01: Also das ist zum Beispiel eine Riesen Chance und ja Social Media usw.

00:27:06: wird immer wichtiger.

00:27:09: Ich stelle mir halt die Frage und das sind glaube ich, dass wir mit unserem Produkt eigentlich nicht schlecht liegen.

00:27:16: Die KI kann sicher viel aber sie kann niemals unsere Gesche... so niemals weiß nicht was in zwanzig Jahren sein wird Aber niemals etwas machen, das uns auf geschmacklicher Ebene fasziniert.

00:27:27: Also auf visueller Ebene ist es ja eh schon möglich.

00:27:30: Auf Audio-Ebene gibt's genauso viele KI Musik wie Friedigend oder mediocre Aber auf geschmacklicher Ebene, das haben wir noch nicht geschafft.

00:27:41: Textur, Geschmacksentwicklung Erinnerungen, die das hervorruft Das sind Dinge, die wirklich real sind Erlebnisse, die ich angreifen kann, Taktile Sachen Irgendwas ausprobieren und dann fehlt halt irgendwo was da runter zum Beispiel wie in unserem Schokotheater Das sind Dinger für Menschen tatsächlich noch etwas sind, das kann ich nur in der Realität ausleben.

00:28:05: Und daran möchte man mehr arbeiten also im Prinzip mit verschiedenen Schichten bei unseren Schokoladen.

00:28:12: Das muss sich vielleicht in einer Welt wo es sich so viel ändert und so viel drum herum passiert und FOMO wirklich ein riesen Ding ist, vielleicht mal nur kurz hinsetzen kann was am Gaumen schmelzen lassen dass man ein bisschen mal einen Reset macht und das ist halt sehr schwierig mit vielen anderen Reizen, die man halt um uns herum hat.

00:28:30: Weil ich meine geht mir genauso Ich habe schon fast verlernt mich zu langweilen wenn man sitzt ja irgendwo dann herum und es ist absolut wie soll ich sagen nutzlos Dann am händi herum zu scrollen und dann lasst sich halt beduseln für eine halbe stunde.

00:28:45: und was hast du bei gemacht?

00:28:46: war nix.

00:28:46: also dieses dass das ist schon etwas wo wir wieder wegkommen müssen.

00:28:52: Apropos Lernen, wir kommen schon langsam dem Ende zu.

00:28:54: Ich habe aber noch zwei, drei kurze Fragen an dich und

00:28:56: ich hab sicher keine kurzen Antworten.

00:28:58: Kein Problem Sie können auch länger sein!

00:29:00: Was sind für dich jetzt im Nachhinein betrachtet so auch etwas die Übernahmeübergabe betrifft der größten Learnings?

00:29:08: Also was bei uns sehr gut funktioniert hat ist eben dieser langfristige Blick.

00:29:13: Es hat bei uns ein bisschen kein Unternehmen das einen Cut gebraucht hat.

00:29:15: es gibt Unternehmen die brauchen vielleicht einen Cut Aber dadurch Also wenn ihr ein Familienhabt übernehmen wollt oder übergeben wollt, würde ich echt vorschlagen.

00:29:26: Früh genug Entscheidungen.

00:29:28: auch das muss man üben.

00:29:29: Entscheidungen abzugeben oder Entscheidungen mit einfließen zu lassen und das Ego raus nehmen Das ist wirklich wichtig.

00:29:36: also damit habe ich zum Beispiel in Shanghai Ich war einmal in der anderen Situation dass ich an meiner Geschäftspartnerin übergeben hab Und ich war die absolute Micro Managerin.

00:29:46: Also ich habe echt keine Entscheidungen, ohne mein Zutun irgendwie durchgehen lassen können.

00:29:54: Und das war echt schwierig weil als ich angefangen hab hin und her zu reisen und halt immer mehr an diesem Übergang zu arbeiten irgendwann wirst du zum Bottleneck der Sonderklasse und es hilft niemanden.

00:30:05: Und es hat wirklich, es hat für mich Corona gebraucht.

00:30:08: Dass ich physisch nicht mehr hin konnte um jetzt einmal die Hände wegzulassen sozusagen.

00:30:15: und das war sehr schwierig weil ich habe immer gedacht ja das ist eh so leicht und sowieso.

00:30:19: aber wenn du es gewohnt bist dann ist es sehr schwierig dann ein bisschen hands-off zu machen.

00:30:26: und da hat Corona sehr viel geholfen.

00:30:27: und im Nachhinein bin ich wirklich sehr dankbar dafür dass das so funktioniert hat weil mich sonst entfernt hätte, ohne dass ich nicht irgendwie mich total zerrissen hat.

00:30:40: Und das weiß ich jetzt.

00:30:41: Ich meine deswegen lernt man ja Dinge!

00:30:42: Wenn wir es vorher schon wüssten dann braucht man auch keine Weisheit mehr aber in dem Fall wirklich sich dessen bewusst zu sein.

00:30:52: Man ist weder unfehlbar noch immer unersetzlich.

00:30:56: Es kommt immer darauf an wie gut funktioniert das Team zusammen?

00:31:02: Entweder man ist Einzelunternehmer, da muss mehr alles einzeln machen.

00:31:04: Aber ansonsten ist das Leben so viel einfacher wenn alle an einem Strang ziehen und daran muss man arbeiten und eben dieses loslassen können und man soll sich selbst in seiner besten Version einbringen und dafür muss man auch sehr viel an sich arbeiten dass man das halt auch macht kann.

00:31:24: Insofern hat die Übergabe dann eh super funktioniert.

00:31:26: ich bin so stolz auf sie und gleichzeitig voll traurig dass mich gar nicht zuviel brauchen Und im umgekehrten Fall ist es eben das.

00:31:34: Ein sanfter Übergang hilft bei uns im Unternehmen viel mehr, vor allem weil wir persönlichkeitszentriert sind.

00:31:39: Also mein Vater ist ja doch eine sehr imposante Persönlichkeit und eine sehr bekannte Persönigkeit und insofern ein Komplettbruch bringt er auch nichts, weil wir einfach ein Team sind und das ist gut so.

00:31:52: Du hast dein Vater angesprochen?

00:31:55: Dinge oder eine Sache, wo du sagst das hat mein Vater so großartig gemacht.

00:32:00: Das möchte ich unbedingt beibehalten.

00:32:03: Also ich glaube dass was meinen vater wirklich gut kann als Sturb bis zum geht nicht mehr Gut das ist.

00:32:11: jetzt muss ich als Tochter natürlich auch sagen aber er zieht Dinge durch und wenn er von etwas überzeugt ist dann Hat er keine Angst davor, ob das jetzt angenommen wird oder nicht?

00:32:25: Oder wie das ankommt und... Und das ist etwas, dass ich schon sehr faszinierend finde.

00:32:29: Also natürlich muss man ein bisschen schauen aber gleichzeitig wenn wir von was überzeugt sind dann sollen wir es einfach machen?

00:32:38: Wie gesagt das Schlimmste was passieren kann ist es funktioniert nicht.

00:32:41: Man sollte vielleicht nichts ein ganzes Unternehmen darauf verwetten.

00:32:43: also da würde ich schon sagen okay schauts das dass es ein bisschen sicher abgeht Aber trotzdem an einer Entscheidung festhalten oder beziehungsweise eine Idee.

00:32:55: Es braucht oft länger, aber es ist etwas... Also sonst wären wir nie das Unternehmen was wir jetzt werden.

00:32:59: also das haben den Aufbau.

00:33:01: Das waren meine Eltern und die Visionen, das war mein Vater.

00:33:04: Das Geld war meine Mutter!

00:33:05: Also ohne dass hat's nicht funktioniert.

00:33:06: Darf man nie sehen?

00:33:08: Oft ist er sehr immer auf meinen Vater zentriert.

00:33:12: Aber sie sind ja zu zweit eigentlich in der Führungsposition.

00:33:15: Sie haben es zu zweite aufgebaut und ohne die Organisation meiner Mutter, dass die schaut, dass das alles auch einigermaßen funktioniert.

00:33:24: Hätte es auch nicht gepasst.

00:33:26: Aber eben bleibt's bei euren Ideen.

00:33:29: Man muss sich ab und zu ein bisschen anpassen, man muss lernen, man darf nicht zu steif auf einer Idee sein aber die Vision ist das was das Unternehmen durchträgt.

00:33:39: Ich glaube, das war jetzt ein super Schlusswort und ausser möchte ich jetzt ähnlich diese Schokolade kosten.

00:33:44: Also auch deswegen glaube ich einen Krumpt zu sagen danke für die Einladung und vor allem fürs Gespräch.

00:33:49: Danke fürs

00:33:49: kommen und danke fürs Zuhören!

00:33:52: Und ja wir sehen uns vielleicht einmal hier.

00:33:54: Sehr gerne.

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